Immer mehr Manager mit Burn-out-Syndrom

Immer mehr Führungskräfte leiden nach einer neuen Untersuchung am so genannten Burn-out-Syndrom. Fast jeder zweite leitende Mitarbeiter ist davon betroffen. Das ist deutlich mehr als in den neunziger Jahren.

45 Prozent der Manager weisen nach eigenen Angaben Zeichen von Erschöpfung auf. Das geht aus 10.000 Interviews hervor, die eine Unternehmensberatung in den vergangenen fünf Jahren mit Managern durchgeführt hat. Einen derartig hohen Anteil habe man vor zehn oder zwanzig Jahren nicht beobachten können, erklärte der Firmenchef . Die Analyse zeige allerdings auch, dass die meisten betroffenen Führungskräfte sich in Anfangstadien befinden.

Der Personal-Experte teilt das Burn-out-Syndrom in fünf Stufen ein. Demnach bewegen sich 60 Prozent der Manager, die Symptome aufweisen, auf den Stufen 1 (Warnsymptome) und 2 (reduziertes Engagement) sowie 30 Prozent auf den Stufen 3 (Schuldzuweisung als emotionale Reaktion) und 4 (Abbau von Leistung). Nur bei einer geringen Anzahl von Führungskräften wird das Burn-out-Syndrom zum schweren seelischen Krisenfall (Stufe 5), aber auch diese sind immer häufiger zu beobachten.

Als Grund für die Entwicklung wird unter anderem der höhere Leistungsdruck genannt. Die meisten Manager seien sich des Burn-out-Syndroms nicht bewusst. Die meisten handeln nach der Devise, was nicht sein darf, ist einfach nicht. Der Firmenchef rät betroffenen Managern, sich Ventile zu schaffen. "Manchmal muss man auch mal toben oder eine Zeitung zerreißen, bevor man innerlich implodiert", sagte er. Viele Führungskräfte würden ihren beruflichen Stress auf das Privatleben übertragen, was aber falsch sei.

(erschienen im Spiegel online, 3. September 2006)


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