An der Ausstrahlung arbeiten

Was wir über Charisma wissen, wissen wir vom Studium charismatischer Persönlichkeiten und den Reaktionen auf ihr Verhalten. Nicht alles lässt sich kopieren, aber einige Strategien lassen sich erfolgversprechend von mitreißenden und faszinierenden Menschen abgucken:
  • Es kommt darauf an, die eigenen Stärken im Umgang mit anderen zu erkennen und weiterzuentwickeln: Humor, zuhören können, eine besondere Beobachtungsgabe - all das sind Pfunde, mit denen sich wuchern lässt. Selbst eine vermeintliche Schwäche wie "Schüchternheit" kann so eingesetzt werden, dass andere sie positiv bewerten.
  • Begeisterungsfähigkeit und Emotionalität: Charismatiker sind nicht "cool" und wollen auch nicht so wirken. Sie zeigen ihre Gefühle, wenn ihnen etwas wichtig ist, und werden dann auch leidenschaftlich und "intensiv".
  • Auf andere eingehen können: Es "kommt gut an", wenn man sich für das Befinden der anderen interessiert, wenn man ihnen Feedback gibt (vorzugsweise positives), ihnen zuhören kann und sie ernst nimmt. Charismatiker sind keine Egozentriker.
  • Die Initiative ergreifen: Charismatische Menschen sind risikofreudig und aktionsorientiert, eher Macher als Abwarter. Sie taktieren nicht, sie "eiern nicht herum", sondern sind - ohne zu verletzen - ehrlich und direkt in ihren Urteilen und Wünschen.
  • Den eigenen Stil finden: Charismatiker passen sich nicht um jeden Preis an, sie unterdrücken ihre Originalität nicht, sondern kultivieren sie. Sie bekennen sich zu ihren Ecken und Kanten, ohne diese gleich zu Tugenden umzustilisieren (wie ein Egozentriker).
  • Positive Ausstrahlung (1): Es hilft, sich in positiver "Selbstkommunikation" zu üben - das heißt: sich selbst Mut zuzusprechen, sich an Erfolge und Stärken zu erinnern, diese immer wieder zu evozieren. Und es hilft, mit positiven Gedanken in die Begegnung mit anderen zu gehen - sich etwa eine angenehme Eigenschaft oder eine Leistung des Gegenübers zu vergegenwärtigen. Diese mentale Haltung wirkt sich auf den körperlichen Ausdruck, auf Mimik und Gestik aus - und wird entsprechend "gelesen".
  • Positive Ausstrahlung (2): Die Körpersprache und die Sprechweise können nicht beliebig verändert und "auf charismatisch getrimmt" werden - in den meisten Fällen wirkt das unauthentisch und aufgesetzt. Trotzdem ist es hilfreich, sich um ein sicheres Sprechen, um eine bessere Atemtechnik und einen kontrollierten Sprechrhythmus zu bemühen. Das lässt sich lernen, ohne dass es künstlich wirkt. Und es verbessert den Auftritt, wenn man die Gesten der Unsicherheit oder Ablehnung vermeidet: verschränkte Arme, gerunzelte Stirn, hochgezogene Brauen. Ob man sich in "charismatischen Gesten" versuchen kann oder soll, bleibt umstritten.

(aus Psychologie Heute, Oktober 2005)


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